65 Jahre Stolina

Seminarbericht Richard Sanders

Richard Sanders

Fast auf den Tag genau vier Jahre ist es her, dass Richard Sanders das letzte Mal in Oelde zu Besuch war. Und auch diesmal bestach der quirlige Kanadier durch seinen humorvollen und sympathischen Vorführstil und durch seine visuellen magischen Effekte.

Einer seiner bekanntesten Effekte dürfte »Fiber Optics« sein – eine Seilroutine mit vielen innovativen und visuellen Effekten, die sich leicht in bereits bestehende Seilroutinen einbauen lassen. Richard zeigte uns einige neue »Moves«, darunter einen sehr überzeugenden wandernden Knoten, bei dem der Zuschauer den Knoten zum Schluss selbst öffnen kann.

Sein Bestreben, bereits gute Effekte noch besser zu machen, wurde auch an »Extreme Burn« deutlich. Auch hier steht die starke visuelle Wirkung des magischen Moments im Vordergrund. Die trockene Beschreibung des Effekts wird demselben nicht im Geringsten gerecht: Eine Handvoll Geldscheine verwandelt sich komplett in Geldscheine einer völlig anderen Währung. Diesen Effekt kann man technisch natürlich auf recht unterschiedliche Weise bewerkstelligen. So wie Richard Sanders die Sache gelöst hat, ist das Ganze ein besonderer Augenschmaus: Die Verwandlung geschieht blitzschnell und ohne verdächtige Bewegungen.

Ein weiterer Effekt aus Richards Lieferprogramm ist »Interlace« : Der geliehene Ring eines Zuschauers verschwindet aus der Hand des Vorführenden und erscheint aufgeknotet auf dem Schnürsenkel seines Schuhs. Auch hier wieder sind eine starke visuelle Wirkung sowie eine innovative und im besten Sinne einfache Methode auf bestmögliche Weise vereint.

Wer sein letztes Seminar besucht hatte, der wusste, dass Richard Sanders sich auch bestens auf Karteneffekte versteht. Dies demonstrierte er auch dieses Mal wieder. Bei einem Effekt verwandeln sich alle Karten – bis auf die vom Zuschauer gezogene Karte – in Doppelblankokarten; bei einem anderen verwandeln sich Striche, die der Vorführende auf die Rückseite einer Karte gezeichnet hat, in den Namen des Zuschauers.

Zwei Effekte möchte ich hier hervorheben, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind. Ein Zuschauer wählt frei eine Karte und unterschreibt sie. Die Karte wird ins Spiel zurückgegeben und letzteres gemischt. Die zwei Joker, die dem Spiel vorsorglich entnommen worden waren, werden oben auf das Spiel gelegt. Ohne, dass der Vorführende dem Spiel in irgendeiner Weise nahekommt, erscheint nun zwischen diesen beiden Jokern die vom Zuschauer unterschriebene Karte. Ein unglaublich starker Effekt!

Ein anderer starker Karteneffekt, den Richard Sanders vorführte und erklärte, bestach durch die starke Reaktion, die man damit bei seinem Zuschauerassistenten erzielen kann. Der Zuschauer denkt an eine beliebige Karte und entnimmt dem Kartenspiel zur späteren Kontrolle die entsprechende Menge Karten. Ein Teil des Spiel wird nun auf dem Tisch ausgestreift. Auf sehr publikumswirksame Weise nennt der Vorführende nun die vom Zuschauer nur gedachte Karte. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten, denn dieser eine Satz, mit dem die Karte genannt wird, ist schon fast so wertvoll wie die gesamte vorangegangene Tricktechnik.

Richard Sanders hat mit diesem Seminar einmal mehr seine Innovativität, sein Gespür für publikumswirksame Effekte und sein Geschick als Seminarlehrer unter Beweis gestellt. Er ließ zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen und überzeugte sowohl bei der Vorführung als auch bei der Erläuterung seiner Routinen durch seine lockere, freundliche und humorvolle Art. So soll es sein!

Bilder: Georg Fabisch
Text: Frank Ollermann