65 Jahre Stolina

Seminarbericht Losander

Losander

Im Rahmen seiner MZvD-Tournee präsentierte Dirk Losander im Studio von Stolina in Oelde sein Seminar. Der Hausherr – Robert Fislage – durfte ihn schon zum dritten Mal in seinen Räumen begrüßen. Mit launigen Worten stellte er den »Schwebepapst« den ca. 35 Besuchern vor.

Losander ist der typische Germane mit schulterlangem Haar. Er begann mit einer Impromptu-Version eines schwebenden Geldscheines. Mittels eines Loops ließ er einen geliehenen 10-Euro-Schein in verschiedenen Positionen schweben. Erklärt wurde seine Version mit einem gut sichtbaren Modellierballon. So konnte man die einzelnen Teile der Routine gut verfolgen.

Gerade die vielen Praxistipps des Profis machten das Seminar interessant, z. B. »Plan B«: »Was mache ich, wenn ,…?« In diesem seltenen Fall zeigt er eben eine Geldscheinwanderung mittels DS. Ein Großteil der Nervosität verschwindet, wenn man sich schon vorher überlegt hat »Was mache ich wenn ,…?« Bei einem Profi ist halt alles schon mal passiert, was passieren kann, weil er mehr Vorführungen absolviert als ein Laie, da sammelt man Erfahrungen.

Dann folgte eine überaus praxisbezogene Routine, die Losander entwickelt hat, als er im Hofbräuhaus in Las Vegas unter sehr erschwerten Bedingungen Table-Hopping machen durfte. In diesem Umfeld ist man unter normalen Umständen nicht an Tischzauberei interessiert. »Einen Zauberer hatten wir schon zum Frühstück!« hört man dann. Um nun aber trotzdem das Interesse zu wecken, wird den Zuschauern vom Unterhalter ein neues Spiel vorgestellt: »Fang das Salz«. Tatsächlich ist es eine Salzwanderung mit einer DS und einer Serviette. Eine Routine perfekt für den Einsatz im Close-up-Bereich, und der Einstieg ist geschafft.

Dann der schwebende Zauberstab. Ein perfekt ausbalancierter, massiv aussehender, tanzender Stab, der aus nächster Nähe vorgeführt werden kann. »Stellen Sie sich zum Beispiel an den Messestand oder in die Fußgängerzone, und lassen Sie den Stab schweben/tanzen. Das Publikum bleibt garantiert stehen, und Sie können mit Ihrer Show beginnen.«

Anschließend folgte ein schwebender Ball für den Close-up-Einsatz. Eine Papierhülle wird aufgeblasen und schwebt zwischen den Händen und von der linken auf die rechte Hand. Sehr verblüffend, wenn man diesen Papierball kennt und auf einen Zauberer nicht vorbereitet ist.

Zur Pause zeigte Dirk Losander zwei Knüller aus seinem Verkaufsprogramm.

Chain Breaker, eine Version der Daumenfessel, wobei Daumen und Zeigefinger einer Hand – unter Testbedingungen – mit Klebeband gefesselt wurden. Sechs Minuten Entertainment pur. Als nächstes folgte eine schwebende Box. Hierbei erhebt sich ein schön gearbeitetes Kästchen unter einem Tuch in die Luft. Mit einer packenden Geschichte eingebettet in einen Kartentrick.

Dann ging es in die Pause, incl. Kaffee und Kuchen.

Im zweiten Teil des Seminars ging es dann um Seifenblasen. Mal schwebte eine Seifenblase auf den Künstler zu, vorwärts, rückwärts und durch einen Ring à la Okito, mal schwebte die Seifenblase von Hand zu Hand. Kaum zu glauben, ein toller Anblick!

»Noch Fragen?« Aber wahrscheinlich lag es an der guten Erklärung, dass keine Fragen offen blieben. Für mich zum ersten Mal gab es im Anschluss alle gezeigten Routinen auf DVD, inklusive aller benötigten Materialien, Loops, Seifenblasenflüssigkeit, usw. … zum günstigen Preis.

Ein Höhepunkt folgte zum Abschluss: der schwebende Tisch, »der meistkopierte Trick der Welt«. Es ist schon eine Offenbarung, den Erfinder selbst mit diesem Kunststück zu sehen. Vater Losander baut den Originaltisch in verschiedenen Versionen und verschickt ihn von Deutschland aus in alle Welt. An diesem Nachmittag spielte er den Ton ein.

Vielen Dank an Robert und seine Ehefrau für die Gastfreundschaft.

Ein war ein Seminar, das sich für jeden Besucher gelohnt hat!

Uli Lottmann