65 Jahre Stolina

Seminarbericht Juno

Juno

Juno gab sich die Ehre – und es war (zum größten Teil) noch nicht einmal »sauschwer«

Circa 40 Zauberfreunde trafen sich am Samstag, 21. März, bei Robert Fislage in Oelde und erlebten einen gut aufgelegten Juno in der Rolle des Seminaristen und Zauberkünstlers. Der Übergang war übrigens fließend.

Man verständigte sich gleich zu Anfang auf das vertrauliche »Du« und dann gab Juno in seiner Art Gas.

Wir als Publikum erlebten die Premiere des neuen Seminars, bei dem nicht nur neue Kunststücke gezeigt und erklärt wurden, sondern bei dem Juno auch eigene Erfahrungen und Ansichten aus mehr als 25 Jahren Bühnenarbeit preisgab.

Der Beginn war so gut wie simpel: Tischtennisball auf Nase – wer hätte gedacht, das so etwas geht und beim Publikum ankommt. Nase und Ball richtig präpariert, den Ball nach oben geworfen und mit der Nasenspitze »gefangen«. Ich hab's versucht, es klappte wirklich beim aller ersten Mal. Total witzig!!!

Dann ein zweiter, simpeler Klassiker: Daumen von der Hand verschwinden lassen. Eigentlich denkt man nur »Kinderkram«. Als dann aber der »weggezauberte« Daumen (Korken) ins Publikum geworfen wurde, war das schon eine witzige Situation. Für den zaubernden Moderator eine tolle Sache mit ganz wenig Aufwand und hohem Unterhaltungswert.

In der ersten Hälfte des Seminars war Junos Kartenbrieftasche, die übrigens vollautomatisch arbeitet, das zentrale Thema. Eine von Zuschauer unterschriebene Karte erscheint – ohne umständliche Fummelei und ohne Palmage – in der Brieftasche des »Magiers«, die die gesamte Zeit auf dem Tisch gelegen hat. Diese Brieftasche ist für viele weitere Effekte einsetzbar. Hier sind viele Möglichkeiten bei ein bisschen Kreativität denkbar. Das »Geheimnis« der Brieftasche macht die ganze Arbeit. Für Table-Hopper eine tolle Sache.

Eine Kartenkunststück mit dem Namen »Duplizität der Ereignisse« so frech wie genial. Mit der Idee kann man in der Tat auch Zauberkollegen täuschen. Ein Zuschauer wählt aus einem Kartenspiel frei eine Karte – aus einem anderen Kartenspiel entnimmt der Magier selbst eine Karte. In der Tat: Es sind die gleichen. Nach ein wenig Bastelarbeit und etwas »Näherei« am Zauberoutfit ist dieses Kartenkunststück, ohne sich die Finger zu brechen, jederzeit vorführbereit.

Es folgte eine Seilroutine – witzig, kurzweilig und für mich mit neuen Effekten. Wer kann schon Knoten in ein Seil »schießen«? Juno, wer sonst? Die Idee, ein Seil »neu« zu entwickeln ist schon sehr innovativ. Ich war schon überrascht.

Juno, als perfekter Manipulator, zeigte uns noch zwei Routinen mit einem Ball. Das Material des Balles ist so perfekt, dass selbiger fast an der Hand klebt. Seidentuch zu Ball und zurück. Ein sehr visuelles Kunststück, und eigentlich recht einfach. Wer keine zwei linken Hände hat, wird's bewerkstelligen können.

Die Verwandlung – Karten zu Ball und zurück – allerdings, ist da schon anspruchsvoller und eher etwas für Manipulatoren. Großartig visuell und sehr schön anzusehen.

Nach eine kurzen Pause ging es nochmals um das Thema »Junos Brieftasche« und Manipulationen mit besagtem Ball.

Zauberkunst und Moderation, hier stellt Juno sein neues Buch »Der rote Faden« vor. Eigentlich ein Muss für jeden zaubernden Moderator. Wichtige Tipps auch für ein eigenes Zauberprogramm – ob Salon, Close-Up oder Bühne.

Hier kommt auch bei Juno der Pragmatiker durch. In diesem Buch, da bin ich mir sicher, ist für jeden etwas dabei.

Besonders betont hieraus sei die Routine mit den »Drei gleichen Seilen«, ebenfalls durchzuführen mit den »neuen« von Juno konzipierten Seilen. Sehr gute, ansprechende, intelligente Unterhalten zu einem doch eher alten Kunststück. Die Besonderheit: Diese Seilroutine hat mehrere Höhepunkte, man entscheidet je nach »Zauberlage«, wann und mit welchem Effekt man Schluss macht. Ideal für zaubernde Moderatoren.

Was wäre ein Junoseminar ohne sein Lieblingsthema: die Bühnenfigur. Gedanken und Anregungen zu mehreren Theorien: Was führt zum Erfolg; was ist ein guter Trick; technisch saubere Präsentation und richtiges Timing. Auch hierzu wichtige Tipps von einem »Zauberkünschtler«, der durch und durch Profi ist.

Vielen Dank Juno – Zauberei ohne viel »Gedöns« aber mit viel Charme. Ich habe was gelernt.

Vielen Dank Maria und Robert – fürs Ausrichten!

Frank -Charly- Dörries
MZ Bielefeld