65 Jahre Stolina

Seminarbericht Jörg Alexander

 

Jörg Alexander

Es ist ein verregneter Dienstag! Nach der Schwüle der letzten Tage endlich einmal wieder Gelegenheit durchzuatmen.
Was gibt es da Besseres, als sich auf einen Abend bei Stolina Magie in Oelde zu freuen, wo ein Mitglied der ‘Fertigen Finger’ sein Wissen an das begeisterte Zaubervolk weitergeben will.

Dieses Mitglied ist niemand Geringerer als Jörg Alexander! Sympathisch, kreativ und zu 100% korrekt in jeder Weise, so wie es die Satzung des MZvD will.

Die ersten Gäste treffen bereits um 18.00 Uhr ein, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, zu shoppen oder einfach nur, um durch das reichhaltige Sortiment des Zaubermekka’s im westfälischen Oelde zu stöbern.

19.00 Uhr war es dann endlich so weit. Gut gelaunt begrüßte Robert Fislage den charismatischen Zauberkünstler Jörg Alexander, der mit seiner Assistentin Carola angereist war.

Der Seminarleiter wies gleich zu Beginn seines gut dreistündigen Seminars darauf hin, dass es an diesem Abend nicht eine Aneinanderreihung von Effekten geben wird, sondern dass es ihm eher um Konzepte und Prinzipien geht, wie man aus den unzähligen Effekten - die man sein Eigen nennen darf - tatsächlich das Beste herausholt.

Und so startete Jörg Alexander mit einer Demonstration von drei Effekten, die ihresgleichen suchen, wovon zwei im Anschluss an die Vorführung bis ins kleinste Detail besprochen wurden.

Zuerst zeigte er uns ein Kunststück mit einem Silberdollar, welcher in ein Blatt Papier eingedreht wurde, aus welchem dieser - dann in voller Sicht - verschwand, ohne dass man auch nur erahnen konnte,
wo die Münze geblieben ist.

Dann präsentierte er seinen Zuschauern eine Geldscheinwanderung! Hierzu regte er in seiner Präsentation sehr stark die Fantasie und die Vorstellungskraft seiner Teilnehmer an.

10 Geldscheine wurden von ‘der einzigen Dame an diesem Abend’ in die Hand des Vorführenden gezählt. Zur Bestätigung zählte dieser die Scheine nochmals nach und legte sie auf den Boden eines umgedrehten 

Weinglases, mit der Bitte an die Assistentin, diese mit Ihren Fingern zu sichern.Der Vorgang wurde - in ähnlicher Weise - mit einem weiteren Zuschauer aus unseren Reihen wiederholt, und auch dieser wurde gebeten, die Scheine mit seinen Händen zu sichern. Ohne jeden Zweifel wurden die Hände des Vorführenden an dieser Stelle leer gezeigt und die Scheine zu keinem Zeitpunkt im weiteren Verlauf der Routine berührt.

Jörg Alexander Sodann konnte die Präsentation mit der Vorstellungskraft und Fantasie der Zuschauer beginnen. Die Assistentin sollte sich vorstellen, wie der Vorführende zwei der Scheine unter ihren Fingern hervorzieht und ins Publikum zur Überprüfung gibt, um Sie danach unter die Hand des zweiten Zuschauers wandern zu lassen. Gesagt getan folgte der zweite Schritt, in dem die Zuschauerin selbst einen imaginären Schein unter das Glas des zweiten Assistenten wandern ließ. Nach einer sehr schönen und passenden Demonstration des Gesagten, wurde zunächst die Assistentin gebeten ihre Scheine nachzuzählen. Zur Verblüffung aller befanden sich tatsächlich nur noch 7 Scheine unter ihren Fingern.Auch der zweite Zuschauer wurde gebeten nachzuzählen, ob denn nicht vielleicht doch die Vorstellungskraft stärker als alles andere war. Und tatsächlich zählte dieser nun 13 Scheine auf den Tisch, was mit einem lang anhaltenenden Applaus aller Gäste honoriert wurde.

Weiter ging es mit den „Symphatetischen 10“ , wohl einem der bekanntesten Effekte des Künstlers. Glücklicher Weise ist dieser Trick auch seit geraumer Zeit auch beim Zauberhändler (link einbauen) zu erwerben.Nach einer Abhandlung darüber, dass bei den gezeigten Routinen nichts, aber auch wirklich gar nichts dem Zufall überlassen wurde, ging es in eine gut 15-minütige Pause mit allerlei Köstlichkeiten in Form von Keksen und Laugenbrezeln sowie Kaffee und gekühlten Softgetränken zubereitet. Vielen, vielen Dank hierfür.


Jörg Alexander Nach der Pause ging es dann mit dem zuvor angesprochenen Thema der „überleitenden Handlungen“ weiter. Dieser wichtige Punkt, indem es u.a. darum geht, dass jede Bewegung gut durchdacht und motiviert sein sollte, zog sich wie ein roter Faden auch durch die Routinen im zweiten Teil.

So kann der Künstler alleine durch die Kombination von Techniken und richtigem Staging eine Menge an Potential aus seinen Kunststücken herausholen.Was dieses in der Praxis bedeutet, zeigte uns Jörg Alexander zunächst an einer Münzen-, und im Anschluss daran an einer Kartenwanderung, wobei beim Letzteren auch noch hervorragende Aspekte des Story tellings erörtert wurden.

Den Abschluss dieses Seminares bildetet dann eine Kartenroutine, welche sich als Grundlage des bekannten McDonald Aces-Effekts bedient. Dicht versammelt - vor und hinter dem Seminarleiter -, der an diesem Tag i.ü. auch seinen Geburtstag feierte, ließ Jörg Alexander ein Ass nach dem anderen verschwinden und unter die Hand einer Assistentin - in zuvor gezeigtem Kartenstapel - wandern.

Unter dem Namen FantAsstisch können Interessierte diesen Effekt in seinem Buch Zauberkunststücke 3 (link einbauen) finden.Nach gut über 3 Stunden hieß es dann leider Abschied nehmen von einem Abend voller toller Inspirationen.


Carsten Risse