65 Jahre Stolina

Seminarbericht Jay Scott Berry

Jay Scott Berry

Dienstag abend, Planet Erde, Sternzeit...

Moment, dies soll kein neuer Science-Fiction-Roman werden, sondern ein Seminarbericht. Aber es war Magie wie von einem anderen Stern.

So ca. 25 Zauberbegeisterte hatten sich bei Stolina eingefunden, um dem Mann aus den USA (also nicht wirklich von einem anderen Stern) bei der Präsentation seiner magischen Wunder zuzusehen und etwas zu lernen. „Mein Deutsch ist nicht so gut“, meinte er in wirklich hervorragender deutscher Sprache, worauf er den ganzen Abend bei den uns so vertrauten Lauten blieb.

Bei seinen Vorführungen schonte er allerdings seine Stimmbänder. Er setzte ganz auf seine magische Ausstrahlung und seine eleganten Bewegungen. Untermalt wurde das Ganze durch Musik von Berrys eigener CD, welche man auch käuflich erwerben konnte. So schaffte er eine wirklich zauberhafte Atmosphäre.

Er begann mit einer Copper-Silver-Routine, ließ dann nacheinander 4 verschiedenfarbige Schwammbälle erscheinen und wieder verschwinden, um daraufhin ein schwarzes und ein weißes Seidenband zu einem schwarz-weiß-gestreiften zu vereinen. Dies liest sich so nüchtern, aber, wenn man die Vorführung gesehen hat, glaubt man wirklich an Zauberei. Das ist es auch, was Jay Scott Berry seit über 20 Jahren antreibt: die "Suche nach der perfekten Illusion“.

Nach dieser atemberaubenden Vorführung, bei der man sich, wie in einem klassischen Konzert, nie richtig zu applaudieren traute, weil man Angst hatte, die Spannung zu zerstören, erklärte Berry seine von Ihm kreierten bzw. verbesserten Hilfsmittel. Wie man z.B. Münzen aus dem Ärmel zaubern kann, ohne vorher wie ein halbseitig gelähmter Zauberer zu agieren. Genial auch seine Idee, wie man aus einer DS eine Austauschröhre macht. Oder auch das von ihm eingesetzte Hilfsmittel, um eine DS (geladen oder ungeladen) locker und unverkrampft stehlen zu können.

Alle diese praktischen kleinen Helfer konnte man in der Pause am Verkaufsstand bestaunen und nach Dezimierung seines Privatvermögens auch sein Eigen nennen. Auch gab es wie immer leckeren Kaffee und erfrischende Getränke. Nicht nur die Gäste, sondern auch die Hundedame des Hauses, Gina, wurden mit Keksen verwöhnt. Dann ging es frisch gestärkt in den 2. Teil.

Auch hier führte Berry erst hintereinander einige Illusionen vor, um hinterher die Geheimnisse seiner Kreationen zu erklären.

  1. Tüchersprudel aus dem Nichts
  2. Ein Schwammball erscheint und verwandelt sich in ein rotes Seidentuch.
  3. Ein Seidenband wird in viele kleine Stücke geschnitten und anschließend restauriert.
  4. Zum Schluss gab es eine Lightshow der besonderen Art:
    Nachdem ein Licht aus dem Nichts erscheint und von einer Hand in die andere wandert verändert es seine Farbe. Berry gibt dieses Licht in einen Weinkelch, in dem es rotiert. Er geht damit ins Publikum, so das man es aus unmittelbarer Nähe bestaunen kann. Danach erscheinen unzählig viele Lichter (wie beim „Traum eines Geizhalses“), um plötzlich zu einem mehrfarbigen Lichtkreis zu werden, der sich immer mehr verkleinert bis es nur noch ein Licht ist, welches wieder spurlos verschwindet. Auch hier steht Berry vor und nach dem Kunststück mit absolut leeren Händen hautnah vor dem Publikum.

Nach dieser wiederum sehr beeindruckenden 2. Show, welche mit viel Applaus bedacht wurde, erklärte Berry seine Gimmicks. Es ist schon beeindruckend, wie kreativ dieser Künstler ist. Seine Weiterentwicklungen des Sanada-Gimmicks, mit dem er noch einen perfekten Bill-Switch und das Erscheinen eines 2 Meter langen Seidenbandes vorführte, oder der „Lichter“ sind einfach genial.

Aber das wohl Beste ist sein fast 100%ig sicheres Topit. Wer seine Jacke dabei hatte, konnte sich das Topit von der mitgereisten australischen Star-Schneiderin Lisa Richards fachgerecht einnähen lassen.

Erwähnenswert sind auch seine von Ihm angefertigten DVDs, auf denen seine Routinen von ihm vorgeführt und „wortlos“, aber durch gute Kameraführung und Präsentation leicht verständlich erklärt werden.

So bleibt mir zum Schluss nur übrig, 10 Euro in das Phrasenschwein zu stecken. 5 Euro für den gerade geschriebenen Satz und weitere 5 Euro für mein Schluss-Resumee:

„Man muss es einfach gesehen haben!“

LuCo