65 Jahre Stolina

Seminarbericht Dixon

Dixon

Bei Stolina war das Dixon-Seminar angekündigt. Viele haben sich darauf gefreut, und viele, viele kamen. Das war schon allein an der Anzahl der geparkten Kraftfahrzeuge zu sehen. Die weiteste Anreise hatte eine Teilnehmerin aus St. Ingbert/Saarland mit ihrem noch sehr jungen, aber bereits zaubernden Sohn.

Vorab: Alle Teilnehmer sahen ein ausgezeichnetes und absolut praxisbezogenes Seminar, das in seiner Gesamtheit in allen Teilen nachvollziehbar war. Kein Wunder. Dixon ist kein Berufsseminarist, sondern Berufszauberkünstler mit flinken Fingern, quicker Intelligenz und einem Gespür für alles, was letztendlich auch beim Publikum ankommt.

Er begann mit einer Losbox und einem leeren Bilderrahmen. Der auserwählte Sänger aus der Musikszene war Iwan Rebroff, dessen Konterfei zum Schluss im Bilderrahmen erschien. Einfach, praktisch, gut.

Der nun folgende Buchtest basierte auf dem Prinzip der verminderten Wahrscheinlichkeit. Ein Prinzip, dass den meisten Teilnehmern sicherlich nicht so geläufig war. Sehr gut, aber ein bisschen Arbeit muss man sich schon vorher machen. Mir persönlich gefiel die Routine mit den zugerufenen Zahlen besser als die Würfelroutine.

Einfach super war der Echo-Effekt, bei dem 2 nur gedachte Spielkarten von Dixon treffsicher vorausgesagt wurden.

Und immer wieder zwischendurch: Tipps, Hinweise und Ratschläge aus der Praxis eines Berufskünstlers. Die Zeit verging wie im Fluge.

Es folgte eine Impromptu 10-Karten-Wanderung in die Hosentasche und ein Impromptu 6-Karten-Trick mit Riesenkarten. Sauber und einfach, jeder kann ihn zu Hause gleich nachmachen. Na ja, üben muss man schon ein wenig wegen der Präsentation. Dixon hat auch da seinen eigenen, unnachahmlichen Stil.

Mit einer einfachen (Handling), sauberen (tricktechnisch) und sehr hübschen Farbwürfelvorhersage endete der erste Teil.

Dann kam die allen Teilnehmern bekannte und beliebte Stolina-Kaffee-Gebäck-kalte Getränke-Zigaretten-Pause.

Der zweite Teil begann mit dem "Zweimännertrick" mit 20 Karten. 10 Karten mit rotem Rücken bei Gast A, 10 Karten - einwandfrei auf die Hand gezählt - mit blauen Rücken bei Gast B. Eingebunden jeweils in ein rotes und ein blaues Seidentuch. Unsichtbar wanderten nun 3 rote Karten von A nach B. Sauberer geht es nicht, und besseres Entertainment kann man auch wohl nicht verlangen. Mir selbst stellten sich sofort die Ohren steif, weil ich sofort an "Table-Hopping" denken musste. Ein toller Trick.

Und dann der absolute Knüller: "Ihre Karte heißt Felix." Dixon sagte einem Teilnehmer voraus, dass seine noch zu denkende Karte "Felix" heißt. Der Aspirant nannte seine Karte, Dixon zog sie aus dem Spiel, drehte sie um und auf der Rückseite stand "Felix". Müßig zu erwähnen, dass alle anderen Karten auf der Rückseite einen anderen Namen trugen. Das muss man gesehen haben, um es glauben zu können.

Die Ghost-Tube, die bei den meisten Zauberkünstlern in irgendeiner Schrankecke ein tristes Dasein fristet, wurde von Dixon wahrlich zauberhaft ins Licht gerückt. Da kommt kein Tuch raus, sondern ein Tuch rein, das anschließend den Wert einer gezogenen Spielkarte vorweist. Hübsche Idee und Performance.

Es gab noch eine recht überraschende Kartenübereinstimmung, eine Gag-Kartenleiste mit der Karo 15 und eine zyklische Zahl, die auf einer Perlenkette erschien.

Dixon schloss sein über zweistündiges Seminar mit einer lustigen Stanniol-Kugel-Routine, die man überall vorführen kann. Sie benötigen lediglich ein kleines Stück Stanniolpapier aus einer Zigarettenpackung.

Alles in allem: Ein Top-Seminar, ein Top-Seminarist und viele, viele Erkenntnisse, die man im eigenen Heim nachvollziehen kann. Darüber hinaus sind sämtliche präsentierten Tricks auch in dem Dixon Buch "25 zauberhafte Jahre" enthalten, das etliche Seminarteilnehmer natürlich sofort käuflich erworben haben.

Auf Wiedersehen, lieber Dixon, beim nächsten Stolina-Seminar.

Herzlichst
Claude Hester