65 Jahre Stolina

Seminarbericht Dirk Losander

Dirk Losander

Der Papst kommt!

Genauer gesagt, der "Schwebe-Papst" oder "Papst der Lüfte", wie ihn mittlerweile einige nennen. Diesen Namen hat sich Dirk Losander wahrhaftig verdient. Es gibt nur sehr wenige Zauberkünstler, die es beherrschen, so perfekt und leichtfüßig Gegenstände schweben zu lassen, wie er es kann.

Am 04.12.2005 um 14 Uhr war es endlich wieder soweit, dass sich der Schwebe-Papst von Las Vegas nach Oelde zu Stolina begab. Der letzte Besuch lag schließlich fünf Jahre zurück.

Wie nicht anders zu erwarten war das Seminar sehr gut besucht, und es bildete sich eine lange Autoschlange vor Fislages Haus. Das Programm bestand überwiegend aus Routinen von seinen DVDs "Anytime ... Anywhere!" und "The Art of Levitation" - bereits bekannte Klassiker, von denen man aber nie genug bekommen kann. Außerdem führte Dirk Losander seinen neuen Trick "The Chain Breaker" vor, auf den viele bereits gewartet hatten. Dazu aber später mehr ...

Als Eröffnungstrick wählte Dirk Losander die "magnetisierte Banknote": Ein Geldschein wird statisch aufgeladen und klebt an der Handfläche. Ein wenig später wird der Geldschein sogar von der Handfläche angezogen und schwebt zu ihr hoch. Zum Schluss kann der Geldschein sogar vom Zuschauer untersucht werden. Losander gab uns immer wieder wertvolle Tipps. So würden 99 % der Zuschauer in der Regel denken, dass ein Faden mit im Spiel ist. Mit der plausiblen Erläuterung der statischen Aufladung würde man das Publikum dann jedoch auf eine völlig falsche Fährte locken, so dass die Idee des Fadens gar nicht erst in Betracht gezogen wird.

Es folgte ein für mich neuer Trick mit der Daumenspitze, der sich besonders für den Close-Up-Bereich eignet: "Money Changer". Eine Routine, bei dem ein geliehener Geldschein in die Hand gegeben wird. Die Hand stellt dabei einen Geldwechselautomaten dar, der kurz zuvor von einem Zuschauer aktiviert wurde. Der Geldschein wird nun in den Automaten (in die Hand) gegeben. Ein kurzes Schütteln, und man hört bereits etwas klimpern. Der Geldschein hat sich in Münzen verwandelt. Eine sehr schöne Routine, die auch gut im Alltag jederzeit angewendet werden kann.

Der nächste Effekt beschäftigte sich mit den bekannten "Loops". Hier demonstrierte Losander, welche schönen, verschiedenen Effekte mit den Loops dargeboten werden können. So ließ er zum Beispiel seine Visitenkarte senkrecht auf seiner Hand balancieren. Sehr effektiv, wenn man seine eigenen Visitenkarten zu etwas sehr Wertvollen machen möchte. So bleibt Sie den Zuschauern noch viele Jahre in Erinnerung.

Es folgte der schwebende Geldschein. Eine geliehene Banknote fängt plötzlich an zwischen den Händen zu schweben und versucht anschließend sogar davon zu fliegen. Ein geniales Kunststück welches schnell die Aufmerksamkeit des Publikums gewinnt.

Natürlich durfte der schwebende Papierball nicht fehlen. Ein aufblasbarer Papierball springt wie von Geisterhand in die Hand des Zauberkünstlers und schwebt zum Schluss scheinbar frei im Raum. Eine Routine die jederzeit wiederholt werden kann.

Es folgte ein Trick mit einem roten und weißem Tuch (Japanese Wonder Silk). Ein rotes Tuch wird in eine Hand gegeben und verschwindet augenblicklich. Nun wird ein weißes Tuch genommen und auf die Hand gelegt und leicht nach innen gedrückt. Aus dem weißem Tuch erscheint das rote Tuch. Zum Schluss lässt Losander erneut das rote Tuch verschwinden, welches in einem Portemonnaie eines Zuschauers wieder auftaucht. Ein sehr visueller Effekt mit interessanten Grifftechniken, bei denen beide Hände leer vorgezeigt werden können.

Nachdem etwas Zeit verstrichen war, ging ein weihnachtlicher Duft durch unsere Nase. Das passende Zeichen für die Pause. "Ja, ist denn schon Weihnachten?" dachten einige von uns: Das Foyer glich einem kleinen, gemütlichen Weihnachtsmarkt mit lauter Leckerein: Plätzchen, Lebkuchen, Dominos, Kuchen, heiße Getränke, etc. Eine gemütliche, weihnachtliche Stimmung herrschte an der Hans-Böckler-Straße, die ebenfalls zum Erfolg dieses Seminars beitrug. Später gab es für jeden sogar noch einen Piepenkerl. Sehr lecker!

Gut gestärkt gingen wir gespannt in die zweite Halbzeit. Diese begann mit einem psychokinetischem Effekt: Eine Gabel wird auf den Fußboden gelegt. Nach einer kurzen Konzentrationsphase fängt diese an sich zu bewegen. Wie von Geisterhand. Ein irrer Effekt, den auch ich mit Begeisterung vor einiger Zeit in mein Programm aufgenommen habe. Alles kann sofort untersucht werden. Nichts kann vom Zuschauer erkannt werden. Ein optisch "unruhiger" Fußboden vereinfacht das Ganze. Dieser Effekt kann mit vielen anderen, kleinen Gegenständen wiederholt werden. Keine Angst, sondern ausprobieren!

Nun kam ein bekannter Klassiker, der immer wieder große Begeisterung beim Publikum auslöst: der tanzende Stock. Der Schwebe-Papst machte auch hier seinem Namen wieder alle Ehre. Der Stock schwebte mit einer Leichtigkeit, wie ich es bisher noch nicht erlebt hatte: Toll!!! Das Beste kam noch: Er zeigte uns den schwebenden Stock unmittelbar vor unseren Augen. Entfernung: 10 cm. Absolut nichts zu erkennen. Wem das nicht die Angst vor Schwebe-Effekten nimmt, dem kann nicht mehr geholfen werden! Der tanzende Stock kann jederzeit und überall vorgeführt werden. Er ist ideal, um die Aufmerksamkeit des Publikums in kürzester Zeit zu erlangen, zum Beispiel auf Messen.

Als nächste Routine machten wir einen Sprung in die Welt der Seifenblasen. Hier kamen die Loops sowie das selbst entwickelte Gimmick von Dirk Losander zum Einsatz. Dieses ermöglicht es, Seifenblasen abwechselnd auf den Händen aufzufangen. Dann führte er eine Zombie-Schwebe mit einer Seifenblase vor. Selbst wer das Geheimnis kennt, ist immer wieder von Neuem begeistert. Die beruhigende Musik verstärkte den Effekt. Anschließend ließ er die Okito-Schwebe mit einer Seifenblase folgen. Eine Seifenblase schwebt wie ferngesteuert vom Körper weg und später durch einen Ring zu ihm zurück. Ein toller Anblick! Auch hier gab es einige wertvolle Tipps vom Künstler. So sollte man Klimaanlagen sowie Zugluft bei diesem Effekt unbedingt vermeiden. Zudem bedarf es ein wenig Übung, um den Effekt kunstvoll und glaubwürdig vorführen zu können.

Anschließend zeigte uns Losander den "Kettensprenger" (The Chain Breaker), der nach langer Wartezeit nun endlich veröffentlicht wurde. Man umbindet seinen Daumen und Zeigefinger mehrfach mit einem Klebeband. Alles sitzt fest und kann untersucht werden! Nachdem sich jeder davon überzeugen konnte, dass dies wirklich fix und verschlossen ist, durchdrang der Daumen eine solide Kette. Rein und wieder raus! Und plötzlich hing die Tasche einer Zuschauerin zwischen seinen verschlossenen Fingern. Das ganze passierte so schnell, dass man es wohl selbst in Zeitlupe kaum hätte sehen können. Diesen Effekt muss man einfach live gesehen haben. Toll!

Zurück zu den Schwebeeffekten folgte zum krönenden Abschluss noch "Sphere" und der schwebende Tisch. Beides zwei sehr visuelle Schwebeeffekte, die ideal als Schlusseffekt eingebaut werden können. Zwei Schwebeformen der besonderen Art, über die man noch lange spricht ...

Somit ging für uns alle ein lohnendes Seminar zu Ende. Sowohl Dirk Losander, als auch sein Vater, der anwesend war, hatten interessante Geschichten und wertvolle Tipps für uns parat. Das Seminar hat mich persönlich zu neuen Ideen angeregt und mich nochmals bestärkt, weiter mit Fäden zu arbeiten. Ich freue mich schon jetzt, wenn es wieder heißt: Papstbesuch in der Hans-Böckler-Straße.

Euer
Johannes Konstantin Klesper