65 Jahre Stolina

Danny Archer 2014

Seminarbericht Danny Archer


Endlich war es wieder so weit! Nach 12 Jahren stand der 'kleine Große' am 31.05.2014 wieder auf unserer Seminarbühne. Noch während sich der Saal füllte - es pilgerten immerhin gut 20 Personen bei bestem Gartenwetter nach Oelde - bereitete Danny Archer gaaaanz entspannt auf der Bühne seine Routinen vor. Wie wir während der Begrüßung durch den Hausherrn Robert Fislage erfuhren, war Danny nicht der einzige, der an diesem schönen Spätfrühjahrstag fleißig war. Im Vorfeld hatte die liebe Monika des Zauberkollegen Dieter Schmale eine kleine, sehr feine Stärkung für die  Pause vorbereitet, doch jetzt startete zunächst erstmal ein Feuerwerk an magischen Effekten. Los ging es mit Eye Exam. Hierbei drehen sich nacheinander - ohne sichtbares Zutun - die Könige mit blauer Rückseite um. Auf einmal sind die Rückseiten der Karten nicht mehr blau, sondern rot. Wenn der Zuschauer nun wieder die Vorderseiten zu sehen bekommt, befindet sich plötzlich auf jeder Karte ein Sehtest - wie man ihn von der Augenarztpraxis her kennt. Danny verwies fairnesshalber darauf hin, dass man sich diesen Effekt auch leicht selbst herstellen könne, dieser aber natürlich auch am Ende des Seminars bei ihm erhältlich sei.

 Ich verweise fairnesshalber darauf hin, dass der Effekt auch hier zu bekommen ist: Sehtest (Eye Exam) - Danny Archer

Weiter ging es mit (s)einer  mehrfachen Tuchfärbung Dye and Dye again. Als Gag startete Danny mit der Frage: „ Do you like Card Tricks?“ (Mögen Sie Kartentricks?) Auf die leichte Bejahung aller Anwesenden holte Danny dann ein Tuch aus seiner Kartenschachtel, welches er mehrfach färbte. Sicherlich ein Klassiker, nicht aber in der Variante, wie Danny diesen präsentierte. Des Weiteren gab er zu diesem Effekt wertvolle Hinweise auf den korrekten Umgang mit dem Gimmick und wie man sich dieses ganz einfach, auch bei noch so unpassenden Händen, selber herstellen kann.

Eine Routine, die wohl einige der anwesenden Seminaristen gefoolt haben dürfte, war Pick a Coin – any Coin! Hierzu startete er wieder mit der rhetorischen Frage: "Do you like Card Tricks?" was diesmal schon eher mit einem Lächeln im Gesicht bejaht wurde. Danny Archer nahm wieder eine Kartenschachtel und schüttete den Inhalt vieler - alles identische - Dollar-Münzen in die Hand eines Assistenten aus dem Publikum. Dieser wurde gebeten, eine Münze zu entnehmen und zu markieren. Die restlichen Münzen gab der Seminarleiter in einen Beutel. Die markierte Münze wurde anschließend ebenfalls dazu gegeben. Danny Archer gab vor, der 'weltgrößte Finder' zu sein, und deshalb sei es für ihn ein Leichtes, die im Beutel verschwundene Münze - blind, also ohne hinzusehen - wieder zu finden. Und dies gelang ihm tatsächlich innerhalb  von Sekunden. Im Anschluss hieran gab er uns wieder zahlreiche Tips im Umgang mit dem wieder selbst herzustellen Gimmick und welche Euro Münzen sich für diesen Effekt, der sowohl Close Up wie auch auf der Bühne nie seine Wirkung verfehlen würde, besonders gut eignen.                                                                       
Drawn Again basiert auf einem Handling von Patrick Cuffs. Es handelt sich hierbei um eine saubere Duplikation einer Zeichnung. Alles was hierzu benötigt wird, ist ein Stift und ein paar Visitenkarten. Also alles Dinge, die man jederzeit als Künster bei sich tragen sollte. Als besondere Finesse kommt hier ein Griff aus dem Falschspiel  zum Einsatz, der sogenannte Gamblers Cop. Dieser ermöglicht es die Visitenkarten von unten her leer zu zeigen, so dass jeder Verdacht - heimlich an Informationen zu kommen - ausgeschlossen wird. Bei dieser Routine wies Danny noch darauf hin, dass es bei jeder Art von Duplikationen immer besser sei, nah am Duplikat dran zu sein, als dieses zu 100% zu treffen.

Eine super Routine, um personalisierte Geburtstagsgrüße überbringen zu können, war Happy Birthday. Eine sehr schöne Idee mit Geburtstagskarten, die einzeln vorgezeigt wurden und sich später in ein riesiges Happybirthday Plakat, auf dem der Name des Geburtstagskindes erscheinen kann, verwandelten. Dieses war eine der wenigen Routinen, die es nur bei Danny zu erwerben gab und die wohl so einfach auch nicht nachgebaut werden können.  

Der Ideengeber für die nächste Routine war John Bannon mit seinem Effekt  Hop to it. Eine sehr saubere Version eines Cards across effects. Bei The Archer werden die Karten eines Kartendecks in rote und schwarze Karten aufgeteilt. Zwei Zuschauer werden nun gebeten, sich aus dem roten Stapel - völlig frei - je eine Karte auszuwählen; es war tatsächlich eine freie Wahl. Die schwarzen Karten werden derweil auf dem Tisch ausgestreift. Im weiteren Verlauf der Routine werden die schwarzen Karten an einen Zuschauer gereicht mit der Bitte, diese festzuhalten. Die roten Karten kommen zurück in die Kartenschachtel, diese wiederum wird mit einem Gummiband gesichert. Diese Schachtel dient nun als Bogen, die schwarzen Karten als Zielscheibe. Der Vorführende fragt nach der ersten roten Karte des Zuschauers, zieht am Gummiband, schießt und – Treffer! Das gleiche Procedere mit der nächsten Karte, Schuss – Treffer. Werden die schwarzen Karten ausgestreift, stellt man fest, dass sich exakt die beiden roten Karten zwischen den schwarzen befinden und selbstverständlich aus der Box verschwunden sind.

Was dann folgte, war eine super leckere Pause mit dem anfangs erwähnten Kuchen, köstlichem Kaffee und natürlich den gewohnten Erfrischungsgetränken. Ein weiterer, besonderer Dank geht an dieser Stelle an Frank Ollermann, der das Seminar wieder perfekt in eine uns verständliche Sprache übersetzte. Chapeau! Nach der Pause startet Archer mit einer super netten Unterstützung für Händler, indem er darauf hinwies, wie wichtig es sei, diese zu unterstützen und zu fördern. Ebenfalls wusste er zu berichten, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, wie gut viele der Händler in Deutschland sortiert seien. In den USA sehe das häufig ganz anders aus.

Was folgte war eine    3 Fly Münzroutine mit einer Produktion der Münzen aus einem Geldbörsenrahmen. Auch hierzu gab es wieder wertvolle Tipps eines Profi.

In seinem Kunststück Animental ging es ans Gedankenlesen. Vier Zuschauer wurden gebeten - auf einer Karte mit je vier unterschiedlichen Tieren - sich eines auszusuchen. Nach und nach nannte der Seminarleiter später die ausgewählten Tiere und ordnete diese - wie selbstverständlich - den richtigen Personen zu. Ein  klassisches Beispiel für Packs small Play big, denn alle Utensilien passen bequem in die Sakkoinnentasche. Das Schöne an dieser Variante ist, dass man diese innerhalb von 10 Min. erlernen kann.

Dann präsentierte er den Klassiker Totally Nut´s. Vom Grunde her eine Becherspielroutine. Aufgrund der Tatsache, dass hier aber mit einem Messbecher aus dem Barbereich, Kirschen und Nüssen gearbeitet wurde, bekam dieser Klassiker einen  ganz neuen, frischen Anstrich. Besonders schön ist, dass jeder Griff gut überlegt ist, und das Publikum zu 100% in die Routine integriert werden kann. Den wertvollsten Tip den Danny uns hier gegeben hat, war der, dass man immer mehr an Taschenladungen haben sollte, als man tarsächlich benötigt. Hierdurch werden die Risiken minimiert, auch tatsächlich etwas zu erwischen.

Was passt besser zu Nüssen als Kino? Und so las der Künstler in seinem nächsten  Kunststück Sneak Preview in den Gedanken des Zuschauers den Film, an den dieser gerade dachte. Alles was hierzu notwendig ist, sind wiederum Visitenkarten und ein Stift. Dieses mal sind die Karten allerdings präpariert, aber auf eine so geniale Art und Weise, dass es ein Leichtes sein wird, dieses starke Wunder zu präsentieren.

Zum Abschluss wurde es olympisch. Mit seinen Olympic Aces beendet Danny Archer sein sehr unterhaltsames Seminar. Dieses Kunststück bedarf wohl der meisten Übung von allen präsentierten Effekten. Vier Karten wandern vom Kartenspiel in die Tasche des Vorführenden und zurück. Die Routine baut auf zwei unterschiedlichen Palmagetechniken auf, die laut Danny innerhalb von 20 Min. zu erlernen seien. Nach gut zwei Stunden, die wie im Fluge vergingen, endete ein sehr lehrreiches Seminar, in dem für alle etwas dabei gewesen sein dürfte. Bevor Danny Archer sich an seinem Verkaufsstand verabschiedete, ließ er es sich nicht nehmen, uns noch vier Effekte aus seinem reichhaltigen Repertoire zu zeigen, welche es im Anschluss natürlich auch zu erwerben gab. Ich für meinen Teil hoffe, dass es nicht wieder 12 Jahre dauert, bis Danny Archer bei  STOLINA auf der Bühne steht.

Carsten Risse