65 Jahre Stolina

Seminarbericht Chris Power & JJ

Chris Power & JJ

Wer sind denn Chris Power & JJ ? Diese Frage werden sich einige gestellt haben, als die Seminarankündigung von Stolina erschien. Das Foto der beiden merkwürdigen Gestalten machte auf mich allerdings keinen magischen Eindruck. Mein Freund, der Close-Up-Experte Willi Wessel, meinte jedoch in seinem Berliner-Akzent: "Der kleene Dicke, Chris Power, is juud!" Außerdem gaben die Beiden auch ein Seminar auf der FISM in Lissabon und sind Herausgeber des Internetmagazins "Opus" (opusmagazine.co.uk). Das hat mich überzeugt - also auf zum Seminar nach Oelde!

JJ eröffnete das Programm und stellte sich und seinen Partner vor. Da JJ als einziger einen Führerschein besitzt, kann Chris Power bei den vielen Autofahrten Handgriffe trainieren. Einen Kartenspalt hält Chris folglich mit 2 mm, JJ mit 2 cm! Die Vorführung war allerdings bei jedem Einzelnen Spitzenklasse. JJ ist ein guter Entertainer, Chris Power besticht durch seine Langsamkeit und Perfektion.

Zu Beginn "JJ´s Multifaceted Four Card Routine", eine exzellente 4-Karten-Produktion. Dann folgte Chris Power mit "Subtle Sandwich"; eine Zuschauerkarte erscheint magisch zwischen 2 Jokern. Im Anschluss demonstrierte JJ "Cointraption"; 4 Münzen wandern mittels "Falltürchen" durch den Tisch. Das Requisit aus Messing konnte man natürlich käuflich erwerben, ebenso wie "Obscura", ein tolles Gimmick um Kartenwerte heimlich zu erkennen. Vor der Pause wurde der Hammereffekt "The Vanishing Deck" präsentiert. Ein Zuschauer verdeckte mit seinen bloßen Händen das Kartenspiel. JJ zog unter dieser Deckung 2 vorher gewählte Karten aus dem Spiel und "Zack" waren die restlichen Karten weg!

In der zweiten Seminarhälfte zeigte JJ dann die Erklärung; eigentlich einfach, man muss nur Mut haben. Danach demonstrierte Chris Power die traumhafte Routine "Coins through Silk"; 3 Münzen wandern eindeutig durch ein transparentes Tuch. Zum Schluss "Your Card, My Card, Anybody´s Card!". Eine Kartenroutine der Spitzenklasse, bei der mit vielen unterhaltsamen Elementen die Zuschauerkarte unter und in der Kartenschachtel erschien.

Ein anspruchsvolles Programm, allerdings mit einem sehr, sehr hohen Niveau. Wer diese Kunststücke zeigen will, muss perfektes Talent im Karten- und Close-Up-Bereich vorweisen. Ein Lehrgang von Profis für Profis eben. Aber das sind wir doch alle, oder? Willi Wessel, der auch für die Übersetzung zuständig war, fand das Seminar jedenfalls "janz juud"!

Ralf Kleinemeier