65 Jahre Stolina

Seminarbericht Anam Cara

Anam Cara

"Ich glaub', ich bin im falschen Film!" Da standen doch zwei Seminaristen und erzählten begeistert und ausschweifend von ihrer Feierabendbeschäftigung: ins Kino gehen. Aber dann …
Nach noch nicht einmal einem Jahr waren Anam Cara wieder bei Stolina Magie in Oelde. Auf ihrer MZvD-Ortszirkel-Tour präsentierten sie ihr neues Seminar.
Nachdem sie mit ihrer Leidenschaft für Kinobesuche die zahlreichen Zuschauer angesteckt hatten, durfte einer der Gäste aus einem Paket von 50 Foto-Karten einen Filmstar wählen — natürlich Marilyn Monroe. Ein vorher als Rolle gezeigtes Plakat wurde geöffnet und zeigte eben jene Filmdiva.
Es folgte ein Effekt mit einem schwarzen "Buntstift". Auf einem von einem Zuschauer unterschriebenen Blatt wurden einige farbige Begriffe niedergeschrieben, natürlich in schwarzer Schrift. Das Blatt wurde zusammengefaltet, der schwarze Stift wurde zum Zauberstab umfunktioniert, und schon waren alle Begriffe in ihrer Farbe zu sehen.
Ein Knaller, besonders für die Kartenkünstler, war der nächste Programmteil. Es spielte sich exakt folgendes ab: Ein Zuschauer mischte ein vorher von der Bildseite gezeigtes Spiel mehrfach, danach wurde mehrmals abgehoben und die oben liegende Karte gemerkt. Das Spiel wurde zurückgegeben und von Michel Gammenthaler in die Tasche gesteckt. Der Zuschauer wählte eine Zahl zwischen 1 und 10. Michel Gammenthaler zählte die Karten aus der Tasche. Die Karte an der vorbestimmten Stelle war die Zuschauerkarte — als Riesenkarte!

Danach folgte eine Geschichte aus dem Bereich der Kartenleger, in dem ein Pentagramm eine Rolle spielte. Eine Zuschauerin durfte frei aus einem Spiel eine Karte wählen und nennen. Diese Karte zeigte auf der Rückseite besagtes Zeichen. Die übrigen Karten wurden einzeln gezeigt, alle waren ohne Kennzeichnung.
Das nächste Kunststück drehte sich um Geistertafeln. Der auf zwei Tafeln geschriebene Name eines Zuschauers verwandelt sich in einen Begriff, den dieser von einem selbstgewählten Schnipsel einer vorher zerrissenen Zeitung ablas.
Wie man ein Pendel wirksam einsetzen kann, zeigte Christoph Borer beim nächsten Effekt. In einer durchsichtigen Plastiktasche befanden sich zahlreiche Ansichtskarten von verschiedenen Städten Europas. Ein Zuschauer nahm eine Karte heraus. Christoph Borer ermittelte mit Hilfe des Pendels über einer Europa-Landkarte die Herkunftstadt der Ansichtskarte.
Das Seminar wurde von einem Buchtest abgerundet, bei dem zwei Zuschauer ein Buch wählten. Mit dem dritten Buch wurde eine Seite bestimmt. Durch mentale Übermittlung konnte Christoph Borer Worte bzw. Sätze aus den gewählten Büchern empfangen. Als Klimax wurde die gewählte Seitenzahl vom Zuschauer auf ein Blatt Papier geschrieben und dieses dann zusammengeknüllt über dem Buch verbrannt. Nach Öffnen des Buches zeigte die gewählte Seite ein riesiges Brandloch.
Als kleine Auflockerung zeigte Michel Gammenthaler noch mit einem Kunstgriff, wie man ein Zündholz an einer hochgeworfenen Zündholzschachtel entzünden kann.

Das ganze Seminar war eine sehr angenehme Demonstration von Mentalkunststücken für Laienzuschauer. Die Darbietung war unglaublich unterhaltsam und spaßig. (Zitat M. Gammenthaler: "Man darf ruhig mal schmunzeln, auch wenn es Mental ist.") Alle Effekte wurden mundgerecht präsentiert und sehr ausführlich erklärt. Auch Details wurden umfassend erläutert. Das persönliche Engagement beider Künstler war von der ersten bis zur letzten Minute spürbar. Wenn sie sagten "Wir lieben diesen Effekt", dann merkte man, dass es sich um mehr als nur Begeisterung handelte.
Wichtig zu erwähnen ist auch, dass es kein Verkaufsseminar war. Selbstverständlich konnten anschließend Requisiten erstanden werden, aber zu äußerst fairen Preisen. Das absolut preiswerte Seminarheft ist so gestaltet, dass auch jemand, der das Seminar nicht gesehen hat, die Effekte einüben kann.

 

Jürgen Kalwa