65 Jahre Stolina

Seminarbericht Anam Cara

Anam Cara

Anam Cara, das sind Christoph Borer und Michel Gammenthaler aus der Schweiz. Das Duo gab im Studio der Firma Stolina-Magie am 21.8.2001 ein Seminar, und viele Zauberfreunde aus der Umgebung nutzten die Gelegenheit. Selten habe ich ein Seminar erlebt, bei dem bekannte Prinzipien so clever umgesetzt wurden. Viele der Methoden waren den meisten Anwesenden sicher geläufig, aber ich bin überzeugt, dass durch den Aufbau der Routinen etliche Zauberfreunde vor einem Rätsel standen.

Zu Beginn wanderte ein entliehener Geldschein, dessen Seriennummer notiert wurde, in den vom Zuschauer benutzten Filzstift! Hierbei wurde eine interessante Methode erklärt, die Nummer auf einen zweiten Geldschein zu drucken und somit praktisch einen Duplikatschein zu erzeugen. Der nötige Austausch war logisch motiviert und wurde von Christoph beiläufig und damit unauffällig durchgeführt. Ein gutes Beispiel für einen Routinenaufbau!

Beim zweiten Effekt (Cosmos) hatte eine frei genannte Karte als einzige eine andersfarbige Rückseite. Ein bekannter Effekt, der sehr klar vorgeführt wurde und bei dem nur ein einziges Kartenspiel eingesetzt wurde, welches ein Zuschauer in einem durchsichtigen Beutel in der Hand hielt. Clever hierbei die Wahl der Karte!
Dann folgte eine dreifache Vorhersage mit verschiedenen Forciermethoden. Zum erstenmal hat mir der durchsichtige Forcierbeutel gefallen, und die Klimax, die Enthüllung der Vorhersage, war überraschend.
Zwischendurch erklärte Michel noch seine Methode, ein Streichholz anzuzünden. Aus einer großen Anzahl verschiedener Zigarettensorten durfte ein Zuschauer frei eine Marke bestimmen. Genau der Name dieser Zigarettenmarke erschien dann unter Blitz und Feuer auf einem vorher eindeutig leer gezeigten Zigarettenpapier!

Dann durfte ein Zuschauer aus einem ausgestreiften Kartenspiel die Karte auspendeln, die vorher ein anderer Zuschauer gewählt hatte. Hierbei bestach die Handhabung des Forcierspiels, sowie die geschickte Führung des "Pendlers".
Beim folgenden Runen-Mirakel demonstrierte Christoph gekonnt die Steuerung einer erzwungenden Wahl. Ein schönes Beispiel, wie praktische Erfahrung die Vorführung perfektioniert.
Zwischendurch zeigten beide Künstler einen süßen Gag: Michel schaufelte sich sichtbar zwei gehäufte Löffel Zucker in die Hand, die dann verschwanden, um in der Hand von Christoph zu erscheinen.
Weiter ging es mit einem Geistertafel-Effekt: Der Name eines Zuschauers wurde auf zwei Tafeln geschrieben und verwandelte sich in ein zuvor gewähltes Wort. Auch hierbei wurde wieder ein Standard-Requisit (Teufelstuch) raffiniert und motiviert eingesetzt, um einen Zeitungsfetzen zu forcieren.

Zum Abschluss das Kartenstechen: Michel spießte mit verbundenen Augen eine vorher frei gewählte Karte mit einem großen Dolch auf! Alle Effekte haben mir sehr gut gefallen, aber dieser hat es mir besonders angetan. Leider hatte ich mir schon vor einiger Zeit das Seminarheft von Anam Cara gekauft und natürlich die Erklärung schon gelesen. Schade, ich wäre sicher völlig fertig gewesen, denn obwohl ich die in Frage kommenden Methoden kenne, hätte mich die Gestaltung der Routine total getäuscht!

Falls Sie also das Seminar von Anam Cara sehen wollen (und dazu muss ich dringend raten!) kaufen Sie das Seminarheft anschließend! Ich bedaure auch sehr, dass die zwei Künstler mit ihrer Show nicht in der näheren Umgebung zu sehen sind. Auch da kann ich nur jedem raten, eine Vorführung von Anam Cara zu besuchen, wenn er die Möglichkeit dazu hat. Fazit: Ein tolles Seminar! Ich hatte vergessen die beiden nach der Bedeutung/Herkunft des Namen Anam Cara zu fragen. Mein Freund Ralf Kleinemeier hat dann gleich das Internet und lateinische Wörterbücher bemüht und mich aufgeklärt. Also: Fragen Sie Christoph und Michel, wenn Sie das Seminar besuchen!

Willi Wessel