65 Jahre Stolina

Seminarbericht Alexander de Cova

Alexander de Cova

In seiner Seminartour kam Alexander de Cova am 8. Oktober 2011 zu Stolina nach Oelde. Im Hause von Robert Fislage hatte er sich in schottische Schale geworfen und präsentierte das Seminar mit Humor der britischen Inseln.

Er teilte das Seminar auf, indem er die Vorführungen erst nacheinander zeigte und nach der Pause die Besucher mit den Geheimnissen aufklärte.

Master Silks:
Eine Version der Mastersilks die mit »fairem« Knoten und unpräpariertem 3 (?) Tüchern. Das vierte hat Alexander beeindruckend produziert, wobei die Zuschauer noch viel beeindruckter von dem Geheimnis der Produktion waren. Man bekam erstmal einen Schreck, als man Alex mit volltattoowierten Armen sah, wobei sich jedoch herausstellte, dass die Tattoo-Ärmel die Tuchproduktion auf der Bühne angenehmer machten. Außerdem waren alle sehr über die Geschichte und Bauweise seines Baumarkt-Stuhls amüsiert, der die Performance noch sauberer wirken lässt.

Roping/Robing:
Eine Seilroutine mit wandelnden und verschiebenden Knoten. Die Vorführung bötigt keine speziellen Gimmicks außer einem einzelnen Seilknoten, der auch noch überraschend während der Routine erscheint. Auch gelungen ist die Variante, einen vom Zuschauer gemachten, Schritt für Schritt vom Vorführenden imitierten Seilring in den eigenen Seilring verschmelzen zu lassen. Diese werden mit einer Schere wieder zerschnitten, um sie zu trennen. Aber keine Angst, Alexander hat eine natürlich aussehende und einfache Technik gezeigt, mit der die Seile ewig halten und nicht nachgekauft werden müssen.

Scottish Coins:
Diese Münzroutine mit 8 Münzen und einem sogenannten »Referenzpenny«. Gezeigt wird eine Münzwanderung von Hand zu Hand. Dieser Trick erfordert einige Fingerfertigkeit, aber kann durch die faire Variante, in der nur einzelne Münzen springen und immer wieder Münzen reduziert werden, nach kurzer Zeit sauber vorgeführt werden. Ein beeindruckendes Finale bescherte Alexander mit der Produktion einer Riesenmünze.

Fingerringtrick:
Zaubern mit dem Ringtuch. Viele Zauberer werden davon schon einmal gehört haben. Das vermutete auch der Seminarist und fragte deshalb nach Techniken im Publikum. Zwei Besucher präsentierten ihre Techniken auf der Bühne. Einige wirkten kompliziert und unsicher. Alexander zeigte zwei einfach durchzuführende und übersichtliche Techniken für Closeup und Bühne. Außerdem zeigte er den Trick »Flying Eagle«, bei dem ein entliehener Fingerring aus einer Ringschatulle verschwand und an der Kette eines Stoffadlers erschien. Mit dem Ringkästchen sind natürliche Bewegungen möglich, die der Handhabung zum Vorteil dienen.

Green Card:
Mit diesem Kartentrick, der die Geschichte seines Versuchs beinhaltet, in Amerika einzureisen, schafft Alexander ein Doublierproblem aus dem Weg und präsentiert eine sehr einfach zu ladende Brieftasche, die fürs große Finale sorgte, da die unterschriebene Karte, die jeder zuvor noch auf dem Tisch liegend vermutete, im Reißverschlussfach erschien.

Karten durch Zeitung:
Danach zeigte Alexander eine Kartenwanderung durch eine Zeitung, die ohne Vorbereitung durchzuführen ist. Das Kartenspiel wurde aus dem Publikum geliehen, und die vier Karten von Zuschauern ausgewählt und unterschrieben. Auch die Zeitung hatte keinerlei Präparation. Die einfache Erklärung bestätigte die Leichtigkeit der Griffe und die unkomplizierte Handhabung. Die Ladungen waren immer logisch und Alexander beschrieb den Trick selbst als »eine Routine, die auf beiden Seiten Spaß macht«.

Und täglich grüßt das Murmeltier:
Dieser Trick war für das Seminar nicht geplant, sondern von einigen aus dem Publikum verlangt. Dem Film »Und täglich grüßt das Murmeltier« angeglichen, charakterisiert auch diese Routine von einer Art »Zeiterleben«. Auch die Zuschauer konnten leicht auf amüsante Weise bemerken, dass sie Ereignisse schon einmal erlebt haben und sich vielleicht in einer Zeitschleife befinden, wie der Protagonist im genannten Film, dem positive und negative Ereignisse widerfahren. Im Trick werden diese Ereignisse, die zufällig auftauchen (in Form von roten und schwarzen Karten) und sich vermischen, am Ende doch wieder geordnet. Nach einer gefühlten Ewigkeit und ca. 3-facher Ausführung des Tricks kam zu guter Letzt das positive Ende, bei dem alle negativen Ereignisse verschwanden.

Es lässt sich zum Abschluss sagen, dass es ein lustiger und unterhaltsamer Nachmittag mit Alexander de Cova war, bei dem jeder etwas aus dem dreistündigem Seminar mitnehmen konnte. Auch wenn er nun nur in den Leviten (Seminarheft von Alexander de Cova in Form einer Zeitung) liest.

Norman Kempe