65 Jahre Stolina

Seminarbericht Wayne Houchin

Am 16. Mai 2013 war Wayne Houchin mit seiner Frau Fran bei Stolina Magie in Oelde zu Gast, um uns einige seiner besten Kunststücke zu zeigen. Der erste Eindruck war schon mal ein sehr positiver: Ein entspannter und sympathischer Seminarlehrer nahm gerade den Seminarraum von Robert Fislage in Augenschein, als ich ankam. Und eines war schon mal klar: Der Man kann Westen tragen.

SinfulDas Seminar ging los mit »Thread«: Der Vorführende nimmt ein Stück Faden in den Mund und schluckt ihn langsam herunter. Plötzlich greift er an sein rechtes Auge und zieht den Faden langsam aus dem Auge wieder heraus, während er am anderen gleichzeitig weiter in seinem Mund verschwindet. Kein Trick für schwache Nerven! Und spätestens nach der Erklärung war allen klar, dass das nicht nur für die Zuschauer gilt ... Wayne erklärte uns zwei verschiedene Techniken, um diesen Effekt zu bewerkstelligen. Ohne ins Detail gehen zu wollen, war dabei diejenige, die etwas mehr Überwindung seitens des Künstlers erfordert, aus meiner Sicht die überzeugendere.

Mit »Houdini's Influence« zeigte uns Wayne ein Kartenkunststück ohne Karten. Na ja, nicht ganz: Das Kunststück wird mit Fotos vorgeführt, auf denen Spielkarten zu sehen sind. Der reine Effekt ist schnell beschrieben: Ein Zuschauer wählt ein Foto, und der Vorführende hat den Wert der Karte auf diesem Foto korrekt vorhergesagt. Was die Routine so großartig macht, ist zum einen das geniale Trickprinzip und zum anderen der eindrückliche Vortrag, in dem es um Houdinis letztes Kunststück geht.

StigmataDas Kunststück, für das Wayne Houchin wohl am bekanntesten ist, heißt »Sinful«. Ein Meisterstück der Routinenplanung. Eine vom Zuschauer unterschriebene Münze durchdringt den Boden einer verschlossenen Getränkedose und findet sich im Innern der Dose wieder. Im grunde also eine Variation der Münze in Flasche, nur eben mit einer Dose anstelle einer Flasche und ohne jegliches Gimmick. Einen so starken Impromptu-Effekt hat man schon lange nicht mehr gesehen.

Wer regelmäßig die Seminare bei Stolina Magie besucht, dem kam »Stigmata« möglicherweise bekannt vor: Banachek hatte diesen Effekt in seinem Seminar vor sechs Jahren schon einmal vorgeführt und erklärt. Auf dem Unterarm des Vorführenden erscheint der Wert der Zuschauerkarte in dezentem rot – ein leicht gruseliger Anblick. Die Feinheit, dass die Zuschauerin den Unterarm zunächst festhält, macht das Ganze noch überzeugender.

Die Stimmung war gutMit »Counterfeit Hollingworth« gab Wayne Houchin seine Version der zerrissenen und wiederhergestellten Spielkarte zum Besten: Eine Spielkarte wird in Viertel gerissen und Stück für Stück wiederhergestellt. Eine ähnliche Routine also wie die von Guy Hollingworth, aber ohne die schwierigen Griffe, die schon viele Zauberfreunde in den Wahnsinn getrieben haben.

Kurz zeigte Wayne uns auch »Panic«, einen Karteneffekt seines Freundes Aaron Fisher (den einige regelmäßige Seminargäste sicherlich auch noch in guter Erinnerung  haben): Der Vorführende gibt aus einem Kartenspiel die vier Könige in seine Hosentasche. Das restliche Spiel verschwindet plötzlich – bis auf die vier Könige, die wieder in die Hand gewandert sind. Dafür ist jetzt das restliche Kartenspiel in die Hosentasche gewandert.

Die Unterschrift an der TürEs waren nicht viele Kunststücke, die Wayne Houchin uns an diesem Abend präsentierte, aber jedes einzelne von ihnen war ein kleines Meisterwerk. Auch die Erklärungen ließen praktisch keine Fragen offen, und die wenigen Fragen, die dann doch noch blieben, beantwortete Wayne ausführlich. Wie es sich gehört und wie es die meisten Zauberfreunde ja auch mittlerweile erwarten, konnte man sein Geld noch vor Ort in original Wayne-Houchin-Zauberartikel investieren. Wer sich das verkniffen hat und es mittlerweile bereut, der kann zumindest die Effekte »Sinful« und »Panic« hier bei Stolina Magie erwerben.

Fotos und Text: Frank Ollermann