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Auf
seiner MZvD-Tournee stand im Terminkalender von Ted Lesley
unter dem Datum des 28. März 2000 das Seminar bei Stolina-Magie
in Oelde. In nur sechs Wochen bereiste der Mentalist 37 verschiedene
Städte in Deutschland.
Mit
seinem ihm eigenen, verschmitzten Lächeln betrat Ted Lesley die
Bühne, um nach einer kurzen Einführung mit "Ace
Duet" seinen Vortrag zu beginnen. Ein 4-As-Trick, der komplett
in den Händen eines Helfers aus dem Publikum abläuft.
Jeder hat schon einmal seinen "entliehenen Geldschein in der
entliehenen Zigarette" bewundert. Wer glaubte, der sei nicht
zu toppen, konnte nun mit "Bill-Sational" das Gegenteil
erleben. Ein Geldschein, von dem eine abgerissene Ecke zwecks Kontrolle
beim Zuschauer blieb, wanderte zunächst in einen Briefumschlag und
anschliessend noch in eine Zitrone.
Es folgte eine Variante von "Dr. Stanley Jaks Schlusstrick",
bei der Ted Lesley seine Markierungsmethode präsentierte - einfach
genial.
"Der
Svengali der Telefonleitungen" zeigte, was man aus solch
einem Spiel herausholen kann. Die benötigte Frechheit beim
Telefonieren mit einer fremden Person erfordert schon ein gehöriges
Maß an Kaltschnäuzigkeit. Aber es ist doch erstaunlich, wie selbst
das Handy für Tricktechniken eingesetzt wird!
Mit "Pro-Monition" verblüffte er die Anwesenden
genau so, wie vorher bereits versierte Mentalisten auf der ganzen
Welt. Eine von einem Zuschauer frei gewählte, nur gedachte Karte
erscheint in der ansonsten leeren Jackentasche des Künstlers.
Sie fehlt in einem Spiel, das vorher vom Zuschauer einem Sektkübel
entnommen wurde.
Schlussthema des Seminars war Ted Lesleys "Teleport Professional",
ein Umschlag, der es im wahrsten Sinne des Wortes "in sich
hat". Als Beispiel, wie man ihn einsetzen kann, zeigte er eine
Routine mit einer Buchseitenforce. Die Ecke einer vom Zuschauer
gewählten Buchseite erschien in seinem Kuvert.
Kein
übertriebenes Outfit, dem Zuschauer vertraut erscheinende Requisiten
und gezielt eingestreute Pointen schaffen die einzigartige "Ted-Lesley-Atmosphäre".
Seine Professionalität spiegelt sich darin, dass die Risiken der
Technik auf ein absolutes Minimum reduziert, die Feinheiten der
Präsentation dagegen bis in die letzten Details optimiert wurden.
Unter anderem ist es dieser Minimalismus ("warum soll ich rennen,
wenn ich nicht gejagt werde?"), der seine Show von der Masse
der Mentalisten abhebt. Langjährige Erfahrung im Umgang mit Menschen
befähigen ihn, Misdirection in den unmöglichsten Momenten einzusetzen.
Auch seine Outs in schier ausweglosen Situationen sind genial.
Nicht ganz unumstritten ist sicherlich die Tatsache, dass echte
Geldscheine tatsächlich zerrissen werden. Auch ist es nicht gerade
angenehm, einen zitronensafttriefenden Schein zurückzuerhalten.
Doch gäbe es eine ebenso publikumswirksame Alternative, Ted Lesley
hätte sie sicherlich schon eingesetzt.
(JK) |