Dienstag
abend, Planet Erde, Sternzeit...
Moment, dies
soll kein neuer Science-Fiction-Roman werden, sondern ein Seminarbericht.
Aber es war Magie wie von einem anderen Stern.
So ca. 25 Zauberbegeisterte
hatten sich bei Stolina eingefunden, um dem Mann aus den USA (also
nicht wirklich von einem anderen Stern) bei der Präsentation
seiner magischen Wunder zuzusehen und etwas zu lernen. „Mein
Deutsch ist nicht so gut“, meinte er in wirklich hervorragender
deutscher Sprache, worauf er den ganzen Abend bei den uns so vertrauten
Lauten blieb.
Bei seinen
Vorführungen schonte er allerdings seine Stimmbänder.
Er setzte ganz auf seine magische Ausstrahlung und seine eleganten
Bewegungen. Untermalt wurde das Ganze durch Musik von Berrys eigener
CD, welche man auch käuflich erwerben konnte. So schaffte er
eine wirklich zauberhafte Atmosphäre.
Er
begann mit einer Copper-Silver-Routine, ließ
dann nacheinander 4 verschiedenfarbige Schwammbälle
erscheinen und wieder verschwinden, um daraufhin ein
schwarzes und ein weißes Seidenband zu einem schwarz-weiß-gestreiften
zu vereinen. Dies liest sich so nüchtern, aber, wenn
man die Vorführung gesehen hat, glaubt man wirklich an Zauberei.
Das ist es auch, was Jay Scott Berry seit über 20 Jahren antreibt:
die "Suche nach der perfekten Illusion“.
Nach dieser atemberaubenden Vorführung, bei
der man sich, wie in einem klassischen Konzert, nie richtig zu applaudieren
traute, weil man Angst hatte, die Spannung zu zerstören, erklärte
Berry seine von Ihm kreierten bzw. verbesserten Hilfsmittel. Wie
man z.B. Münzen aus dem Ärmel zaubern
kann, ohne vorher wie ein halbseitig gelähmter Zauberer zu
agieren. Genial auch seine Idee, wie man aus einer DS eine
Austauschröhre macht. Oder auch das von ihm eingesetzte
Hilfsmittel, um eine DS (geladen oder ungeladen)
locker und unverkrampft stehlen zu können.
Alle diese praktischen kleinen Helfer konnte man
in der Pause am Verkaufsstand bestaunen und nach Dezimierung seines
Privatvermögens auch sein Eigen nennen. Auch gab es wie immer
leckeren Kaffee und erfrischende Getränke. Nicht nur die Gäste,
sondern auch die Hundedame des Hauses, Gina, wurden mit Keksen verwöhnt.
Dann ging es frisch gestärkt in den 2. Teil.
Auch hier führte Berry erst hintereinander
einige Illusionen vor, um hinterher die Geheimnisse seiner Kreationen
zu erklären.
Tüchersprudel
aus dem Nichts
- Ein
Schwammball erscheint und verwandelt sich in ein rotes Seidentuch.
- Ein
Seidenband wird in viele kleine Stücke geschnitten und anschließend
restauriert.
- Zum
Schluss gab es eine Lightshow der besonderen
Art:
Nachdem ein Licht aus dem Nichts erscheint und von einer Hand
in die andere wandert verändert es seine Farbe. Berry gibt
dieses Licht in einen Weinkelch, in dem es rotiert. Er geht damit
ins Publikum, so das man es aus unmittelbarer Nähe bestaunen
kann. Danach erscheinen unzählig viele Lichter (wie beim
„Traum eines Geizhalses“), um plötzlich zu einem
mehrfarbigen Lichtkreis zu werden, der sich immer mehr verkleinert
bis es nur noch ein Licht ist, welches wieder spurlos verschwindet.
Auch hier steht Berry vor und nach dem Kunststück mit absolut
leeren Händen hautnah vor dem Publikum.
Nach dieser wiederum sehr beeindruckenden 2. Show,
welche mit viel Applaus bedacht wurde, erklärte Berry seine
Gimmicks. Es ist schon beeindruckend, wie kreativ dieser Künstler
ist. Seine Weiterentwicklungen des Sanada-Gimmicks,
mit dem er noch einen perfekten Bill-Switch und das Erscheinen eines
2 Meter langen Seidenbandes vorführte, oder der „Lichter“
sind einfach genial.
Aber das wohl Beste ist sein fast 100%ig sicheres
Topit. Wer seine Jacke dabei hatte, konnte sich
das Topit von der mitgereisten australischen Star-Schneiderin Lisa
Richards fachgerecht einnähen lassen.
Erwähnenswert
sind auch seine von Ihm angefertigten DVDs, auf
denen seine Routinen von ihm vorgeführt und „wortlos“,
aber durch gute Kameraführung und Präsentation leicht
verständlich erklärt werden.
So bleibt mir zum Schluss nur übrig, 10 Euro
in das Phrasenschwein zu stecken. 5 Euro für den gerade geschriebenen
Satz und weitere 5 Euro für mein Schluss-Resumee:
„Man muss es einfach gesehen haben!“
LuCo
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