Bei
Stolina war das Dixon-Seminar angekündigt. Viele haben sich
darauf gefreut, und viele, viele kamen. Das war schon allein an
der Anzahl der geparkten Kraftfahrzeuge zu sehen. Die weiteste Anreise
hatte eine Teilnehmerin aus St. Ingbert/Saarland mit ihrem noch
sehr jungen, aber bereits zaubernden Sohn.
Vorab: Alle
Teilnehmer sahen ein ausgezeichnetes und absolut praxisbezogenes
Seminar, das in seiner Gesamtheit in allen Teilen nachvollziehbar
war. Kein Wunder. Dixon ist kein Berufsseminarist, sondern Berufszauberkünstler
mit flinken Fingern, quicker Intelligenz und einem Gespür für
alles, was letztendlich auch beim Publikum ankommt.
Er begann mit
einer Losbox und einem leeren Bilderrahmen. Der auserwählte
Sänger aus der Musikszene war Iwan Rebroff, dessen Konterfei
zum Schluss im Bilderrahmen erschien. Einfach, praktisch, gut.
Der
nun folgende Buchtest basierte auf dem Prinzip der verminderten
Wahrscheinlichkeit. Ein Prinzip, dass den meisten Teilnehmern sicherlich
nicht so geläufig war. Sehr gut, aber ein bisschen Arbeit muss
man sich schon vorher machen. Mir persönlich gefiel die Routine
mit den zugerufenen Zahlen besser als die Würfelroutine.
Einfach super
war der Echo-Effekt, bei dem 2 nur gedachte Spielkarten von Dixon
treffsicher vorausgesagt wurden.
Und immer wieder
zwischendurch: Tipps, Hinweise und Ratschläge aus der Praxis
eines Berufskünstlers. Die Zeit verging wie im Fluge.
Es
folgte eine Impromptu 10-Karten-Wanderung in die Hosentasche und
ein Impromptu 6-Karten-Trick mit Riesenkarten. Sauber und einfach,
jeder kann ihn zu Hause gleich nachmachen. Na ja, üben muss
man schon ein wenig wegen der Präsentation. Dixon hat auch
da seinen eigenen, unnachahmlichen Stil.
Mit einer einfachen
(Handling), sauberen (tricktechnisch) und sehr hübschen Farbwürfelvorhersage
endete der erste Teil.
Dann kam die
allen Teilnehmern bekannte und beliebte Stolina-Kaffee-Gebäck-kalte
Getränke-Zigaretten-Pause.
Der zweite Teil
begann mit dem "Zweimännertrick" mit 20 Karten. 10
Karten mit rotem Rücken bei Gast A, 10 Karten - einwandfrei
auf die Hand gezählt - mit blauen Rücken bei Gast B. Eingebunden
jeweils in ein rotes und ein blaues Seidentuch. Unsichtbar wanderten
nun 3 rote Karten von A nach B. Sauberer geht es nicht, und besseres
Entertainment kann man auch wohl nicht verlangen. Mir selbst stellten
sich sofort die Ohren steif, weil ich sofort an "Table-Hopping"
denken musste. Ein toller Trick.
Und
dann der absolute Knüller: "Ihre Karte heißt Felix."
Dixon sagte einem Teilnehmer voraus, dass seine noch zu denkende
Karte "Felix" heißt. Der Aspirant nannte seine Karte,
Dixon zog sie aus dem Spiel, drehte sie um und auf der Rückseite
stand "Felix". Müßig zu erwähnen, dass
alle anderen Karten auf der Rückseite einen anderen Namen trugen.
Das muss man gesehen haben, um es glauben zu können.
Die Ghost-Tube,
die bei den meisten Zauberkünstlern in irgendeiner Schrankecke
ein tristes Dasein fristet, wurde von Dixon wahrlich zauberhaft
ins Licht gerückt. Da kommt kein Tuch raus, sondern ein Tuch
rein, das anschließend den Wert einer gezogenen Spielkarte
vorweist. Hübsche Idee und Performance.
Es gab noch
eine recht überraschende Kartenübereinstimmung, eine Gag-Kartenleiste
mit der Karo 15 und eine zyklische Zahl, die auf einer Perlenkette
erschien.
Dixon
schloss sein über zweistündiges Seminar mit einer lustigen
Stanniol-Kugel-Routine, die man überall vorführen kann.
Sie benötigen lediglich ein kleines Stück Stanniolpapier
aus einer Zigarettenpackung.
Alles in allem:
Ein Top-Seminar, ein Top-Seminarist und viele, viele Erkenntnisse,
die man im eigenen Heim nachvollziehen kann. Darüber hinaus
sind sämtliche präsentierten Tricks auch in dem Dixon
Buch "25 zauberhafte Jahre" enthalten, das etliche Seminarteilnehmer
natürlich sofort käuflich erworben haben.
Auf Wiedersehen,
lieber Dixon, beim nächsten Stolina-Seminar.
Herzlichst
Claude Hester
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